Nur zertifizierte Kabelmodems nach Ende des Routerzwangs?

Am 01. August soll der Routerzwang fallen – auch für Kabelkunden. Die Kabelnetzbetreiber haben sich dagegen recht intensiv gewehrt und scheinen jetzt eine Hintertür nutzen zu wollen.

So soll es laut des Branchenverbandes Anga eine Zertifizierung der Unterstützten Geräte geben – gerade kleinere asiatische Hersteller sehen darin das Problem, dass nur Produkte mit der entsprechende Zertifizierung der deutschen Kabelnetzbetreiber angeboten werden könnten – auch wenn sie die technischen Voraussetzungen wie die Erfüllung der DOCSIS-Spezifikationen gegeben sind. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es auf golem.de bzw. heise.de.

Ab dem 01. August müssen die Kabelnetzbetreiber ihren Kunden die Zugangsdaten „in Textform, unaufgefordert und kostenfrei bei Vertragsschluss zur Verfügung zu stellen“ – bisher machen diese jedoch keinerlei Anstalten, dieser Pflicht nachzukommen und scheinen eher dafür sorgen zu wollen, dass die Markteintrittshürden für Routerhersteller möglichst hoch sind. Neue Routermodelle würden so effektiv verzögert.

Erst nach einigen Monaten ohne Routerzwang wird man sicher sagen können, ob die Kabel-Internet-Kunden wirklich vollumfänglich von der neuen Gesetzeslage profitieren oder ob die Kabelnetzanbieter einen Weg finden, die freie Gerätewahl doch zu torpedieren.

Fritz!OS 6.50 für Fritz!Box 7490 erschienen

AVM hat Fritz!OS 6.50 für die Fritzbox 7490 veröffentlicht. Mit der neuen Version wird die Oberfläche vor allem besser für die Nutzung auf Smartphones optimiert. Insgesamt soll es über 120 Neuerungen geben.

Fritz!OS 6.5 auf Fritzbox 7490
Fritz!OS 6.5 auf Fritzbox 7490
Die neue Fritz!OS-Version bietet zum Beispiel eine neue Heimnetzwerk-Übersicht. Darüber ist es zum Beispiel möglich, andere AVM-Geräte (wie den Fritz!Repeater 1750E) zu aktualisieren.

Neu ist ebenfalls die Möglichkeit, sogenannte „Captive Portals“ einzurichten, bei denen Nutzungsbedingungen für die Nutzung des WLAN eingeblendet werden können. Dies wird wahrscheinlich von der derzeit in Arbeit befindlichen WLAN-Gesetzgebung gefordert, ist derzeit aber noch nicht spruchreif. Neu sind auch weitere Smarthome-Funktionen, mit denen sich zum einen die Steckdosen von AVM steuern lassen als auch die Heizkörper-Regler Comet Dect von Eurotronic.

AVM hat auch an der WLAN-Verwaltung gearbeitet, die neue Firmware soll den WLAN-Traffic besser darstellen. Anfang 2016 soll das neue Fritz!OS 6.50 dann auch für die anderen Fritz-Boxen kommen. Die Fritzbox!7490 gibt es derzeit für € 195,- bei Amazon.

Bundesrat lässt Gesetz gegen Routerzwang passieren

Der Bundesrat hat die Möglichkeit, das Gesetz gegen Routerzwang zu verzögern, nicht genutzt und das Gesetz passieren lassen. Gerade Kabelnetzbetreiber sind besorgt über diese Entwicklung.

Dem entsprechenden Tagesordnungspunkt der 939. Sitzung des Bundesrates ist zu entnehmen, dass keine weiteren Einwände oder Schritte gegen das Gesetz beschlossen wurden. Theoretisch hätte der Bundesrat noch den Vermittlungsausschuss einberufen können, das Gesetz aber nur verzögern und nicht stoppen können.

Einziger offener Punkt ist nun, wann das Gesetz im Bundesgesetzblatt erscheint – ab diesem Zeitpunkt läuft die sechsmonatige Übergangsfrist, die vor allem von den Kabelnetz-Anbietern dafür genutzt werden muss, entsprechende technische Lösungen zu entwickeln um den dann neuen gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. Als wesentliche Neuerung wurde auch für die Kabelnetze ein passiver Netzabschlusspunkt definiert, sodass die Kabelbuchse der letzte Punkte ist, über den die Anbieter bestimmen können. Gerade die Kabelnetzanbieter Argumentieren, dass in dem Shared Medium Kabelnetz bereits ein einzelnes, falsch arbeitendes Endgerät dazu führen kann, dass im gesamten Cluster mit mehreren hundert Teilnehmern grundlegende Dienste wie Fernsehen oder Telefonie nicht mehr funktionieren.

Was an diesen Befürchtungen tatsächlich dran ist, wird die Zeit zeigen – schließlich müssen Endgeräte, damit sie zugelassen werden, auch im Kabelnetz genau wie im klassischen Telefon-Netz bestimmte Standards erfüllen. Zudem gibt es in anderen Shares-Medium-Netzen, wie z.B. dem Mobilfunk, keine Probleme mit Geräten unterschiedlichster Hersteller.

Bundesrat äußert Bedenken zum Gesetz gegen Routerzwang

Bisher sah der Gesetzgebungsprozess recht „reibungslos“ aus – nun hat der Bundesrat das bereits vom Bundestag verabschiedete Gesetz erst einmal gestoppt.
Der Grund ist die Definition des Netzabschlusspunktes, gerade in Kabelnetzen. In einer Stellungnahme fordert der Bundesrat, die aktuellen Pläne noch einmal zu überprüfen.

Komplett stoppen kann der Bundesrat das Gesetz jedoch nicht, da es nicht zustimmungsbedürftig sei – welche Auswirkung die Stellungnahme des Bundesrates zum Routerzwang nun alles hat ist offen. Kritisch an dem ganzen Ablauf ist, dass der Bundesrat anscheinend auf Eingabe verschiedener „Branchenverbände“ argumentiert, die die vertraglich vereinbarten Datenübertragungsraten gefährdet sehen, wenn die Kunden zwar den Standards entsprechende, aber nicht vom Betreiber abgesegnete Geräte verwenden.

Sicherheits-Lücke bei Heimrouter-Passwörtern gefunden

Bei verschiedenen Heimrouter-Herstellern werden sehr schwache Passwörter verwendet, die sich zudem per Fernzugriff ermitteln lassen.

Betroffen sind laut Golem.de Router folgender Hersteller: Asus, Digicom, Observa Telecom, Philippine Long Distance Telephone (PLDT) und ZTE – der Angriffsvektor ist dabei recht einfach. Das Passwort besteht aus den letzten vier Stellen der MAC-Adresse plus das Wort „airocon“. Das dazugehörige Nutzerkonto ist „admin“.

Da sich de MAC-Adresse über die SNMP-Schnittstelle auch Remote abfragen lässt, ist es für einen Angreifer sehr einfach, die entsprechende Usernamen-/Passwort-Kombination zu ermitteln und darüber Zugriff auf einen der betroffenen Router zu erlangen. Einige Routerhersteller wie ZTE wurden bereits 2013 über die Lücke informiert, bisher gibt es jedoch noch keine Updates.

Als einzige Lösung kann man aktuell nur den Telnet-Zugang sowie die SNMP-Schnittstelle über die Firewall des Routers deaktivieren. Auf ein Update braucht man wohl nicht unbedingt hoffen, nachdem es bereits mehrere Jahre bekannt ist. Eine Alternative mit häufigeren Updates und schneller Reaktion bei Sicherheitslücken bietet AVM mit der Fritz!Box-Serie in verschiedenen Preisklassen.

Zwei neue Router-Exploits

Wie Golem.de berichtet, gibt es zwei neue Exploits für ungeschützte Router. Dies zeigt wieder einmal, warum es so wichtig ist, selbst einen Router wählen zu können.

Malware 1, getauft auf „Moose/Linux“ kann dazu benutzt werden, Social-Media-Logins abzugreifen und auch selbst automatisiert (Fake-)Konten in den Netzwerken anzulegen. Angegriffen werden Linux-basierte Router – was aber ein Gutteil der auf dem Markt befindlichen Geräte betrifft.

Malware 2 funktioniert über einen verschlüsselten Javascript-Code, den der Nutzer eingebettet auf einer Webseite auch unbemerkt aufrufen kann. Dieser Code versucht dann, den Router zu finden und dort die gängigen Sicherheitslücken auszunutzen. Klappt das, werden die DNS-Einstellungen geändert, sodass nicht die gewohnten Webseiten aufgerufen werden – der Nutzer kann sich so weitere Schadsoftware einfangen.

Aktueller Stand zur freien Routerwahl

Das Thema „Routerzwang“ wird uns noch eine Zeit beschäftigen: der Gesetzes-Entwurf muss jetzt noch alle Stationen, die im Gesetzgebungsprozess vorgesehen sind.

Aktuell ist der Gesetzesentwurf laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie nach der Richtlinie 98/34/EG notifiziert. Die Stillhaltefrist läuft jetzt bis zum 8. Juli 2015.

Ebenfalls bereits abgelaufen ist die Frist, bis zu der Verbände und Unternehmen ihre Stellungnahmen zum aktuellen Gesetzesentwurf abgeben konnte. Was es an Rückmeldung bis zum 20. März 2015 gab ist ebenfalls auf der Webseite des Ministeriums zu lesen.

AVM bringt neue Router zur CeBIT

Wer die Wahlfreiheit beim Router hat und über die Zugangsdaten für seinen DSL-Anschluss verfügt, bekommt von AVM bald neue Auswahl.

AVM Fritz!Box 4080: neues Design für AVM-Router (Bild: AVM)
AVM Fritz!Box 4080: neues Design für AVM-Router (Bild: AVM)
Laut einer AVM-Pressemitteilung kommen zur Cebit 2015 vier neue Modelle auf den Markt:

Die Fritz!Box 4020 richtet sich an Einsteiger und ist ein reiner Router, der hinter einem vorhandenen Modem betrieben werden kann. Dabei handelt es sich laut AVM um die kleinste Fritz!Box aller Zeiten. Die Fritz!Box 4080 zielt dagegen auf eine andere Zielgruppe: mit dem neuen Standard 802.11 ac Wave 2 werden mit entsprechenden passenden WLAN-Clients Datenraten von 2,5 Gbit/s Brutto möglich – netto sollten auch 1 GBit/s stabil anliegen, solange die Entfernungen zu groß werden. Auch die Fritz!Box 4080 ist ein reiner WLAN-Router ohne Modem. Die neue Fritz!Box 7430 richtet sich gezielt an Kunden mit reinen IP-Anschlüssen (wie sie die Telekom vermehrt einsetzen will), und die Fritz!Box 6820 LTE ist „für Zuhause und Unterwegs“ gedacht.

Nachfolger für das aktuelle Top-Modell, die 7490, sind aktuell nicht in Sicht – vor allem würde der neue WLAN-Standard sinnvoll zu nutzen sein.

Update 16.03.2015

AVM hat wie erwartet die genannten Geräte auf der CeBIT 2015 vorgestellt. Ebenfalls gezeigt wurde ein Ausblick auf kommende Versionen von Fritz!OS gegeben, dem Betriebssystem der AVM-Geräte. Mit dem nächsten großen Update sollen u.a. Verbesserungen bei der Update-Verwaltung bringen, wenn mehrere AVM-Geräte verwendet werden. Außerdem überarbeitet wird der WLAN-Monitor, mit dem man in Zukunft Störquellen im WLAN besser erkennen soll – ob sich die WLAN-Leistung dadurch verbessern lässt hängt natürlich von den jeweiligen Gegebenheiten ab.

Gesetzesentwurf soll noch im Dezember vorliegen

Das Bundeswirtschaftsministerium will noch im Dezember einen Gesetzesentwurf gegen Routerzwang vorlegen. Nach einer Übergangszeit soll der Routerzwang dann im nächsten Jahr Geschichte sein.

Wesentlich ist die Definition des „Netzabschlusspunktes“, also des Punktes, an dem die Herrschaft des Providers endet. Entsprechend des Gesetzesentwurf „ist der Zugang zum öffentlichen Telekommunikationsnetz als passiver Netzabschlusspunkt auszugestalten“. Der Netzabschlusspunkt darf also „nicht auf eine von den Netzbetreibern beliebig zu definierende Schnittstelle in einem zusätzlichen Gerät verlagert werden.“

Diese Regeln sollen auch für Kabelnetzbetreiber gelten – deshalb auch die Übergangszeiten, denn bisher ist es im Kabelnetz sehr unüblich, dass man den Router selbst wählen kann. Für Routerhersteller ergeben sich durch den Wegfall des Routerzwangs neue Möglichkeiten, Märkte zu erschließen. Vielleicht gibt es bald ein ähnliches System wie bei Handys: mit subventionierten Geräten können Kunden gebunden werden, wer darauf verzichtet bekommt den Anschluss günstiger.

Erst einmal muss aber der Gesetzesentwurf vorliegen und dann noch verabschiedet werden – gerade die Provider sind nicht unbedingt davon begeistert, den Kunden die freie Wahl zu lassen.

Update 20.12.2014
Bisher gibt es keine Neuigkeiten – wenn es 2014 noch einen Entwurf eines Gesetzes geben soll, bleiben nur noch zwei Wochen.

Gesetz gegen Routerzwang soll 2015 kommen

Nachdem die Transparenz-Verordnung kein probates Mittel gegen den Routerzwang ist, soll es jetzt im Frühjahr 2015 ein entsprechendes Gesetz geben.

Das erklärte das Bundeswirtschaftsministerium gegenüber Golem.de. Demnach muss im Telekommunikationsgesetz ein „Netzabschlusspunkt“ festgelegt werden – derzeit sehen die Telekommunikations-Anbieter den Router als Netzabschlusspunkt, der nicht ausgetauscht werden darf (=Routerzwang). Die Gesetzesänderung muss die TAE-Buchse als Netzabschlusspunkt festlegen, damit ein Routerzwang wirksam unterbinden wird. Für Kabel-Provider muss entsprechend die Kabel-Buchse in der Wohnung als Netzabschluss definiert werden.


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