Telekom klagt gegen Vorratsdatenspeicherung

Um nicht unnötigerweise mehrere Millionen Euro in Infrastruktur für die umstrittene Vorratsdatenspeicherung zu investieren, klagt die Deutsche Telekom jetzt gegen ihre Einführung.

In dem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Köln will die Telekom klären lassen, in welcher Form IP-Adressen von Nutzern gespeichert werden müssen. Problematisch ist aus Sicht der Telekom, dass in WLANs und Mobilfunknetzen selten eine eindeutige IP-Adresse verwendet wird, sondern zumeist Techniken wie Network Adress Port Translation (Erklärung bei Wikipedia) zum Einsatz kommen.

Dadurch müsste, um die Vorratsdatenspeicherung umsetzen zu können, sowohl der Port als auch die genaue Nutzungszeit protokolliert werden – dafür ist eine sehr große Datenbank nötig, die die Telekom nur aufbauen möchte, wenn klar ist, wie die Anforderungen der Vorratsdatenspeicherung tatsächlich aussehen.

Neben den Bedenken der Telekom, die vor allem wirtschaftlich Begründet sind, vertreten sowohl FDP als auch Bündnis90/Die Grünen Positionen gegen die Vorratsdatenspeicherung.

Weder Vodafone noch Téléfonica scheinen ähnliche „Probleme“ bei der Umsetzung zu haben, zumindest sind hier keine Klagen bekannt. Zumindest theoretisch müssten diese Provider vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie die Telekom bei der Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung, da in den jeweiligen Netzen ähnliche Techniken verwendet werden.

Quelle: Telekom

Telekom klagt gegen Vorratsdatenspeicherung
5 (100%) 1 Vote