Telekom will bis 2018 auf All-IP umstellen

Die Telekom würde lieber früher als später alle Anschlüsse auf VoIP umstellen. Aktuell soll die All-IP-Umstellung bis 2018 umgesetzt sein.

Es bleibt zu hoffen, das es bis 2018 deutlich mehr Auswahl an VoIP-fähigen Routern gibt: aktuell sind es vor allem Modelle von AVM (7390, 7490) und die Speedport-Router der Telekom. Von Vodafone und Telefónica gibt es ebenfalls entsprechende Geräte, wirklich „freie“ Geräte sind aber nur die Fritz!Boxen.

Ins Gespräch gekommen ist die All-IP-Umstellung, da die Telekom für einige Kunden die Meldung verschickt hat, dass sie nur die Wahl zwischen Umstellung auf einen VoIP-Anschluss oder Kündigung ihres Anschlusses hätten. Aus Sicht der Telekom ist eine schnellstmöglich Umstellung des gesamten Netzes auf VoIP von Vorteil, da sich ein solches Netz deutlich günstiger betreiben lässt als ein klassisches Telefon-Netz.

Was fehlt für die Vermeidung von indirektem Routerzwang für All-IP-Anschlüsse ist die besagte Auswahl an passenden Geräte. Ist diese nicht gegeben, hat man selbst bei verfügbaren Zugangsdaten kaum eine andere Wahl als das Gerät des Anbieters zu nutzen.

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3 thoughts on “Telekom will bis 2018 auf All-IP umstellen

  1. Der Wunsch nach freien Routern ist verständlich. Die Crux ist aber die, dass es im Moment gerade für den bei der Telekom benötigten Annex J tauglichen Voice Routern kaum Alternativen gibt. Ja, es gibt Fritzboxen von AVM, die das können. Außer AVM sind nur noch die Hersteller Sphairon/ZyXEL und Arcadian derzeit in der Lage, solche Geräte zu bauen. Die beiden letztgenannten bauen aber nur Geräte für das Projektgeschäft, also wenn ein Provider daher kommt und mindestens Menge X abnimmt. AVM war lange Zeit bei den Providern eher unbeliebt – die Dinger können zwar viel, hatten aber früher lausige Modems eingebaut. Das hat sich mit dem Wechsel auf Infinion Chips deutlich gebessert, aber an die Spitzenmodelle von Arcadian, Thomson oder ZyXEL kommt AVM noch immer nicht ran. Und daher kaufen die Carrier eben gerne dort ein, wo Spitzentechnologie geboten wird. Ausnahme waren hier immer Freenet und 1&1 mit Geräten von Samsung bzw. AVM.
    Aus meiner eigenen Zeit bei einem Carrier weiß ich, dass deren Geräte bei den Kunden eher unbeliebt waren, dafür aber sehr zuverlässig und stabil liefen. Stress bei der Hotline machten meist die Kunden mit Frendgeräten. Sei es, dass die Dinger inkompatibel mit dem DSLAM waren (kam vereinzelt vor), taubstumm waren (kam häufiger vor und sorgte für häufigere Abbrüche) oder die Kunden die Kisten zerkonfiguriert hatten. All das kostet den Anbieter Geld und bei 29,90 für einen Telefonanschluss mit Doppelflatrate verdient man so wenig, dass man diesen Support nicht mehr leisten will/kann.

    Angesichts der Marktlage könnte man aktuell auch bei gefallenem Routerzwang noch nicht von freier Wahl sprechen. Außer dem „Zwangsrouter“ ist derzeit nur eine Fritzbox als Alternative an Annex J verfügbar. Beim SIP-Trunk ist es noch dramatischer: O2 hat die Vermarktung von Anlagenanschlüssen eingestellt, weil sie derzeit keinen passenden (=funktionierenden) Router für diese Anschlussart bekommen. Der SIP-Trunk ist noch nicht genormt und es gibt einige Global Player, die sich einer Normierung widersetzen.

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