Routerzwang beendet – kommen jetzt neue Geräte?

Nachdem der Routerzwang heute offiziell beendet wurde, stellt sich jetzt die Frage: kommen passende Geräte von anderen Herstellern außer AVM?

Bei den freien Geräten, ist AVM sowohl für (V)DSL-Anschlüsse mit der Fritz!Box 7490 und Kabel-Verbindungen mit der Fritz!Box 6490. AVM plant hier mit der Fritz!Box 7580 und der FRITZ!Box 6590 Cable bereits neue Geräte. Doch was ist mit den anderen Herstellern? Geräte Router mit Telefon-Funktionen sind traditionell Mangelware – gerade wenn man ISDN oder DECT verwenden will.

Mögliche Alternativen zur Verwendung an freien Anschlüsse sind:

Leider sind die meisten Geräte schon etwas älteren Datums und vor allem für ADSL-Anschlüsse vorgesehen. Moderne VDSL-Anschlüsse können damit nicht genutzt werden. Hier müssen die Hersteller nun auch nachlegen, gerade um auch für Kabelanschlüsse mehr Auswahl zu bieten. Für viele Nutzer wird wahrscheinlich auch ein reiner Router ohne Telefonfunktionen reichen, da die meisten wahrscheinlich ihre Telefonieanforderungen über Mobile abdecken können.

Endet morgen wirklich der Routerzwang?

Ab Montag, dem 01. August 2016, soll es keinen Routerzwang mehr geben. Ab morgen ist es sowohl Kunden mit einem klassischen (V)DSL-Anschluss als auch Kunden der Kabelnetzbetreiber überlassen, welchen Router sie verwenden.

Doch wie sieht die Umsetzung in der Praxis aus und ist es überhaupt für den einzelnen Kunden praktikabel, auf einen eigenen Router zu setzen? Gerade die Kabelnetzanbieter waren versucht, möglichst viele Hürden einzurichten, Angefangen bei der Einschränkung dass der Rotuerzwang nur für neuere Verträge entfällt bis hin zu dem Hinweis, dass man bitte den gemieteten Router behalten möge, um im Falle einer Störung über ein offiziell unterstütztes Gerät zu verfügen. Es gibt also trotz recht eindeutiger Gesetzeslage viel Unsicherheit, was die tatsächliche Umsetzung angeht.

Da das Thema Routerzwang aktuell alle wichtigen IT-Nachrichten-Seiten beschäftigt, habe ich an dieser Stelle einmal verschiedene Quellen zu den aktuellen Themen zusammengetragen. Ab morgen werde ich zudem versuchen, Erfahrungen mit der neuen Freiheit zu sammeln und hier zusammenzustellen, damit jeder selbst abschätzen kann, ob es ihm den Aufwand einen eigenen Router zu kaufen und zu konfigurieren wert ist.

Nachrichten zum Ende des Routerzwangs:

Unitymedia mit Details zur Routerfreiheit

Am 01. August endet der Routerzwang auch für Unitymedia-Kunden. Der Kabelnetzanbieter hat nun Informationen zum Ablauf für Kunden, die auf einen eigenen Router setzen wollen.

Der Router muss für die Verwendung im Unitymedia-Netz den Standard DOCSIS 3.0 unterstützen. Außerdem muss Support für IPv4, IPv6 sowie Dual Stack Lite vorhanden sein. Zum telefonieren wird weiterhin der SIP-Standard benutzt.

Hat man einen Router, der diese Anforderungen erfüllt, kann er ab dem 01. August per Telefon bei Unitymedia aktiviert werden. Dafür wird die MAC-Adresse sowie die Seriennummer des Routers benötigt. In Zukunft soll die Aktivierung auch komfortabler möglich sein. Nachdem der Router dann wieder Verbindung mit dem Internet hat, muss der Kunde noch die Telefonie selbst einrichten. Die Daten dafür werden im Kundencenter hinterlegt.

Altverträge, die vor 2013 geschlossen wurden, werden vorerst nicht von der Routerfreiheit profitieren. Unitymedia argumentiert, dass hierfür Umstellungen im IT-System nötig wären. Rein rechtlich ist dieses Vorgehen in Ordnung: laut Gesetzestext müssen die Daten „in Textform, unaufgefordert und kostenfrei bei Vertragsschluss“ bereitgestellt werden. Kunden mit Altverträgen bleibt daher nur die Kündigung und der Abschluss eines neues Vertrages, wollen sie bereits früher vom Routerzwang befreit werden.

VigorNIC 132: Router als PCIe-Steckkarte

Wer selbst einen Router zusammenstellen will und nicht auf eine Fritz!Box setzt, kann ab Sommer mit der VigorNIC 132 arbeiten: einer PCIe-Steckkarte mit Router- und VDSL-Modem-Funktionalität.

VigorNIC 132F: die Variante unterstützt SFP-Glasfaser-Module  (Bild: Draytek)

VigorNIC 132F: die Variante unterstützt SFP-Glasfaser-Module (Bild: Draytek)

Die VigorNIC 132 / 132F wird vom Hersteller Draytek offiziell als „VDSL/ADSL Modem Router Firewall PCI-e Karte“ bezeichnet, die laut Datenblatt sowohl als Router (dann mit einem integrierten Router-Betriebssystem, welches über den Browser erreichbar ist und eine klassische Weboberfläche bietet als auch als Modem arbeiten kann.

Im Betriebsmodus „Modem“ muss der PC oder Server, in dem die VigorNIC 132 steckt, sämtliche Aufgaben übernehmen die ansonsten einem Router zugefallen wären. Hier kann dann ein entsprechendes Betriebssystem wie die Linux-Variante „IPFire“ verwendet werden, aber natürlich auch einfach Windows wenn man nur einen einzelnen PC ins Internet bringen möchte.
Weiterlesen

Router bald mit Intel-Chips

Intel, vor allem Bekannt für PC-Prozessoren, will mit seinen Produkten auch in Router. Entsprechende Modelle sollen unter anderem von AVM auf den Markt kommen.

Intels Referenzplattform für Router besteht aus dem AnyWAN GRX750, einem Atom-basierten SoC mit zwei CPU-Kernen à 2,5 GHz sowie einem WLAN-Chip (Xway WAV500). Dank der Rechenleistung des GRX750 sollen sowohl schnelle Ethernet-Verbindungen sowie angeschlossene Festplatten mit mehr als 100 Megabyte pro Sekunde versorgt werden.

Von AVM wurde auf der Computex die Fritz!Box 7580 mit GRX750 gezeigt, die in verschiedenen Varianten das aktuelle Top-Modell Fritz!Box 7490 beerben soll. Der Marktstart der neuen Fritzbox ist für das 2. Quartal 2016 avisiert, bisher ist von den neuen Geräten jedoch noch nichts im Handel zu entdecken. Die UVP seitens AVM liegt bei 289,- EURO und zielt damit vor allem auf Nutzer, denen viele WLAN-Geräte gleichzeitig wichtig sind.

Gerade mit dem Wegfall des Routerzwangs Anfang August sowie dem Provider-Privilegs für private Nutzer (Bundestag ermöglicht freie WLANs ohne Störerhaftung) wird der Markt für Router allgemein wieder spannender, sodass leistungsfähige Produkte wie jetzt von Intel vorgestellt wurden ihren Markt auch in Deutschland finden sollten.

AVM mit Info-Seite zur freien Routerwahl

AVM, die als Routerhersteller natürlich ein Interesse an einem möglichst freien Routermarkt haben, hat eine eigene Webseite mit Informationen zur freien Routerwahl erstellt.

Während Provider wie Unitymedia nach Meldungen auf Golem.de anscheinend noch einige Probleme mit dem Umgang bezüglich des am 01. August fallenden Routerzwangs haben (so sollten zuerst keine Zugangsdaten an Bestandskunden herausgegeben werden, was dann später wieder revidiert wurde), kümmert sich AVM um die Kunden.

Auf der regelmäßig aktualisierte Informationsseite sammelt AVM Informationen zu einzelnen Providern und deren Haltung zum Routerzwang, also ob diese wie vom Gesetz vorgesehen für alle Kunden die Zugangsdaten ohne weiteres Bereitstellen oder ob es hier in irgendeiner Form Probleme gibt. Nach wie vor sind die Kabelnetz-Provider am wenigsten vom Ende des Routerzwangs begeistert – auch wenn derzeit noch passende Endgeräte fehlen, damit der Kunde von den Kabel-Zugangsdaten profitieren kann.

Allgemein ist die Verfügbarkeit von passenden Routern für All-IP-Anschlüssen überschaubar, gerade wenn man noch bestehende ISDN-Telefone anschließen möchte. Hier gibt es noch Nachbesserungsbedarf, mit der Öffnung des Marktes werden hier aber womöglich auch weitere Angebote auf Hardwareseite folgen.

Störerhaftung für WLANs soll abgeschafft werden

Das Netz steht aktuell Kopf: wie SPIEGEL Online und andere Medien berichten, hat die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, welches die Störerhaftung für private WLAN-Hotspots beendet.

Bisher war jeder, der ein offenes WLAN betrieben hat, potentiell in der Schusslinie: begeht ein Nutzer darüber eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit (z.B. den Download urheberrechtlich geschützten Materials), war bisher der Betreiber des WLAN-Hotspots haftbar zu machen. Dies soll sich mit dem neuen Gesetz ändern: demnach sollen in Zukunft private und nebengewerbliche WLAN-Betreiber (letztere sind z.B. Cafés, die logischerweise eine andere Haupttätigkeit als das Bereitstellen eines Internet-Zugangs haben) das sogenannte Providerprivileg genießen.
Weiterlesen

Vodafone will ISDN-Kunden früher loswerden

Nicht nur die Telekom will alle Kunden auf All-IP-Anschlüsse umstellen: auch Vodafone hat angekündigt, dies bis 2022 realisieren zu wollen. Nun scheinen die Roten den Vorgang beschleunigen zu wollen.

Wie heise.de berichtet, haben einige Nutzer ein entsprechendes Anschreiben von Vodafone bekommen, in dem mehr oder weniger direkt mit Kündigung gedroht wird – sollten die Nutzer nicht auf einen All-IP-Anschluss umstellen.

Für Vodafone, deren Internet-Geschäft zwischenzeitlich mit Kabel Deutschland fusioniert, bedeutet jeder Kunde der wechselt niedrigere Kosten: die All-IP-Anschlüsse realisiert Vodafone mit dem eigenen Netz und muss daher kein Geld an die Telekom für die letzte Meile zum Kunden zahlen. Golem.de zitiert Vodafone wie folgt: „Es geht darum, dass einzelnen Kunden, die in Kabelgebieten wohnen, der Wechsel angeboten wurde. An der Zusage, dass wir ISDN bis zum Jahr 2022 anbieten, ändert sich nichts. Es wurden nur Privatkunden angeschrieben.“

Der Beitrag Vodafone will ISDN-Kunden früher loswerden ist zuerst auf kadder.de erschienen und wurde von Falk Jeromin verfasst.

Nur zertifizierte Kabelmodems nach Ende des Routerzwangs?

Am 01. August soll der Routerzwang fallen – auch für Kabelkunden. Die Kabelnetzbetreiber haben sich dagegen recht intensiv gewehrt und scheinen jetzt eine Hintertür nutzen zu wollen.

So soll es laut des Branchenverbandes Anga eine Zertifizierung der Unterstützten Geräte geben – gerade kleinere asiatische Hersteller sehen darin das Problem, dass nur Produkte mit der entsprechende Zertifizierung der deutschen Kabelnetzbetreiber angeboten werden könnten – auch wenn sie die technischen Voraussetzungen wie die Erfüllung der DOCSIS-Spezifikationen gegeben sind. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es auf golem.de bzw. heise.de.

Ab dem 01. August müssen die Kabelnetzbetreiber ihren Kunden die Zugangsdaten „in Textform, unaufgefordert und kostenfrei bei Vertragsschluss zur Verfügung zu stellen“ – bisher machen diese jedoch keinerlei Anstalten, dieser Pflicht nachzukommen und scheinen eher dafür sorgen zu wollen, dass die Markteintrittshürden für Routerhersteller möglichst hoch sind. Neue Routermodelle würden so effektiv verzögert.

Erst nach einigen Monaten ohne Routerzwang wird man sicher sagen können, ob die Kabel-Internet-Kunden wirklich vollumfänglich von der neuen Gesetzeslage profitieren oder ob die Kabelnetzanbieter einen Weg finden, die freie Gerätewahl doch zu torpedieren.

Routerzwang endet am 01. August 2016

Das bereits verabschiedete Gesetz gegen den Routerzwang wird Freitag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht – damit endet die Übergangszeit von sechs Monaten am 01. August 2016

Spätestens zu diesem Datum müssen alle Prodiver, also sowohl DSL- als auch Kabelanbieter, die zur Internet-Einwahl benötigten Daten bereitstellen. Für beide Netzvarianten wird ein passiver Netzabschlusspunkt vorgeschrieben, es darf also kein extra Gerät vom Netzbetreiber vorgeschrieben werden. Gerade die Kabelnetzbetreiber wie Vodafone (vormals Kabel Deutschland) hatten gegen diese Änderung protestiert, da es angeblich Probleme mit der Qualität des Netzes geben würde.
Weiterlesen